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Gruppenleitungen im dualen Handlungsfeld einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Zwei Welten, eine Aufgabe: Pädagogik und Produktion im Werkstattalltag

Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) stehen vor einem dauerhaften und anspruchsvollen Balanceakt: Gemäß § 219 SGB IX haben sie den gesetzlichen Auftrag, eine individuell angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung anzubieten. Als Fachkraft oder Gruppenleitung bewegen Sie sich täglich in einem dualen Handlungsfeld: Sie sind Lernbegleiter, Pädagoge und Bezugsperson – gleichzeitig tragen Sie die Verantwortung für einen fehlerfreien, wirtschaftlichen Produktions- oder Dienstleistungsbetrieb.

Diese Handlungsfelder werden durch fortlaufende Dynamiken immer komplexer:

  • Der sozialraumorientierte Wandel:

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) fordert konsequente Personenzentrierung, neue Dokumentationsstandards und eine veränderte Teilhabeplanung.

  • Der wirtschaftliche Druck:

Kundenanforderungen steigen rasant, Produktlebenszyklen werden kürzer und  Lieferungen werden in immer schnelleren Intervallen erwartet. Die Digitalisierung und strenge DIN-Qualitätsnormen gehören längst zum Werkstattalltag. Hinzu kommen der teilweise konjunkturelle Rückgang von Arbeitsaufträgen und der verstärkte Wettbewerb durch Globalisierung. Industrie 4.0, Digitalisierung und neue Marktstrategien gehören längst zum Werkstattalltag. 

Was Sie aus diesem Seminar mitnehmen:

Da jede Werkstatt eine individuelle Organisationsstruktur besitzt, bietet dieses Seminar keine starren Patentrezepte, sondern versteht sich als Impuls- und Methodenschmiede. Sie reflektieren Ihre Rolle, analysieren Ihre Schnittstellen und erarbeiten individuelle Lösungsansätze für Ihren persönlichen Werkstattalltag, um den Herausforderungen flexibel zu begegnen. Sie profitieren dabei maßgeblich vom moderierten Erfahrungsaustausch über Einrichtungsgrenzen hinweg.

Die Kerninhalte des Seminars: 

  1. Meine Rolle, meine Motivation: Persönliche Standortbestimmung
  • Reflexion der eigenen Haltung: Was treibt mich als Fachkraft in der WfbM an und welche Ziele verfolge ich bei der Leitung meiner Arbeitsgruppe?
  • Exkurs – Ziel versus Anforderung: Ein methodisches Werkzeug zur Abgrenzung in der täglichen Führung (wie übersetze ich starre Vorgaben von außen in machbare Förderziele für mein Team?).
  • Die Ist-Analyse: Wie balanciere ich die Betreuung der Menschen mit Behinderung und die Produktionsorganisation aus?
  1. Reibungslose Prozesse durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Schnittstellenkompetenz: Kernaufgaben der Gruppenleitung und die effektive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachabteilungen
  • Erwartungsmanagement: Zeitrahmen für Betreuung versus Dokumentation klug aufteilen und Erwartungen an Schnittstellen klar kommunizieren.
  • Komplexitätsbeherrschung: Visualisierung und Strukturierung der eigenen Handlungsfelder. Vom Reagieren zum Agieren: Wie Sie die tägliche Aufgabenflut systematisch sortieren und den Kopf frei bekommen.
  1. Resilienz und Professionalität im Wandel
  • Herausforderungen meistern: Analyse der täglichen Belastungsfaktoren in beiden Handlungsfeldern Betreuung und Produktion.
  • Gesundheit & Achtsamkeit im Arbeitsalltag: Eigene Grenzen rechtzeitig erkennen, im Werkstattalltag professionell kommunizieren und Überlastung (z. B. durch Rollenkonflikte oder permanente Erreichbarkeit) aktiv vorbeugen.
  • Netzwerke nutzen: Kooperation mit internen Fachdiensten und externen Partnern.
  1. Teilhabe aktiv gestalten: Werte, Haltung, Chancen und Grenzen
  • Landesrahmenverträge konkret: Was fordern die Leistungsträger (Nachweise, Wirkungskontrolle) und wie verändert die dokumentationsintensive Abrechnung die tägliche Arbeit der Fachkraft?
  • Personenzentrierung leben: Die Auswirkungen der individuellen Teilhabeplanung auf den Werkstattalltag und das Selbstverständnis der WfbM. 
  1. Zukunftswerkstatt: Wohin steuert die WfbM?
  • Die Werkstatt unter Druck: Politische Sparmaßnahmen, Budgetrestriktionen der Leistungsträger (Bezirke, Landschaftsverbände, Arbeitsagenturen) und neue Mitbewerber am Markt.
  • Zukunftskonzepte: Diskussion aktueller Positionspapiere (z. B. BAG WfbM) zur Weiterentwicklung des Systems.
  • Wandel durch Technologie: Wie verändern Digitalisierung, Assistenzsysteme und Industrie 4.0 / 5.0 die Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung – und Ihre Aufgaben als Fachkraft?

Zielgruppe:     

Fachkräfte / Gruppenleitungen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Teilnehmer:                   max. 16 Personen

Dozent:                        Manfred Schmidt, Betriebswirt VWA,   Heilerziehungspfleger, Elektrotechniker

Preis: 195,00 €  zzgl. der gesetzlichen MwSt.
Ort: Online
Technik: Sie benötigen:

  • einen PC oder Laptop,
  • stabile Internetverbindung
  • eine Webcam (bei Laptops eingebaut)
  • Headset oder Kopfhörer

Ihre Anfrage für das Online-Seminar am 09.12.2026 von 09:00-15:30 Uhr

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    Anmeldeschluss: 25.11.2026