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Traumafolgestörungen – Der Kollaps unserer Warnsysteme

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Datum/Zeit
Date(s) - 24/06/2019 - 25/06/2019
10:00 - 17:00

Veranstaltungsort
Gründerinnenzentrum gig7

Kategorien


Traumafolgestörungen – Der Kollaps unserer Warnsysteme

Traumata sind eine verheerende Erfahrung. Unser Gehirn, das sonst zuverlässig den Ansturm an Informationen und Situationen hormonellen Ungleichgewichts kompensieren kann, gerät an seine Grenzen. Traumatisierende Erlebnisse können ein von allem Verstand und therapeutischen Anstrengungen losgelöstes Eigenleben führen. Sie sind quälend und über die Jahre hinweg, in denen sie nicht bewusst und angestrengt bearbeitet werden, lassen sie den Menschen massive Ängste, Gefühle absoluter Hilflosigkeit und mitunter grausame Flashbacks erleiden.

Psychische Traumatisierung bedeutet häufig auch eine Verletzung auf der Beziehungsebene durch vertraute Bezugspersonen infolge von Gewalt, Vernachlässigung und Beziehungsabbrüchen. Die traumatisierenden Erfahrungen können in sehr unterschiedlicher Form wieder aufleben. Plötzlich und teilweise ohne erkennbaren Anlass auftretende Symptome und Trauma-spezifische Verhaltensmuster stoßen bei Mitmenschen, oft auch bei Fachkräften auf Unsicherheit oder Unverständnis.

Anhaltende traumatische Erfahrungen werden inzwischen als Ursache vieler psychiatrischer Erkrankungen angesehen. Im ICD-11 wird unter der Diagnose „Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung“ auch anhaltenden schweren Traumatisierungen und sogenannten Entwicklungstraumatisierungen Rechnung getragen.

Viele Menschen, die unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden, werden durch psychologische oder pädagogische Fachkräfte begleitet. In den verschiedenen pädagogischen Arbeitsfeldern können sich stabilisierende Beziehungsangebote stress- und angstmildernd auswirken; in psychologischen Gesprächseinheiten kann man sich den belastenden Ereignissen nähern und diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln und in anderen Kontexten betrachten.

In der Fortbildung werden am ersten Tag Grundlagen vermittelt, die neuronalen Veränderungen im Gehirn nachzuvollziehen. Es werden sowohl Schocktraumata wie auch Entwicklungstraumata ausführlich behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist, die Symptome und deren Auslöser zu erkennen, und an exemplarischen Beispielen die konkreten psychischen Belastungen zu erörtern.

Am zweiten Tag liegt der Schwerpunkt auf Trauma sensiblem Vorgehen im Sinne einer Stabilisierung und Ressourcenorientierung, Kompetenzbildung der MitarbeiterInnen und des Teams mittels kollegialer Beratung und den Erfahrungen der SeminarteilnehmerInnen.

Inhalte: 

1.Tag: 

  • Der Kollaps unserer Warnsysteme: Grundlagen zum Aufbau unseres Gehirns und dieTrauma- begünstigenden Störungen auf der Ebene der neuronalen Strukturen
  • Trauma: Auslöser, Symptome und Diagnostik, Entwicklungstraumatisierung bei (sexualisierter) Gewalt, Vernachlässigung, Beziehungsabbrüchen
  • Schocktraumatisierung bei Unfällen, Kriegserlebnissen, Vergewaltigungen und anderen Gewaltdelikten

2.Tag 

  • Salutogenese: das Konzept nach Antonovsky Traumapädagogische
  • Grundlagen und Trauma sensibles Handeln Transgenerationale
  • Traumatisierung: Phänomen oder Mythos?

Arbeitsformen 

Praxisorientierte Vorträge mit Fallbeispielen

Kollegiale Beratung zu eingebrachten Beispielen

Austausch zu den Erfahrungen der TeilnehmerInnen (u.a. in Kleingruppen) 

Zielgruppe: 

Fachkräfte aus der Jugendhilfe, Werkstätten, Wohnheimen, sozialen und beruflichen Reha- Einrichtungen

Teilnehmer: max. 18 Personen

Dozent: Roland Haag, Dipl. Psychologe

Preis: 285,00€ zzgl. MwSt.(inkl. Seminarunterlagen, Tagungsgetränke,
Kaffee und Kuchen)

Veranstaltungsort:    Gründerinnenzentrum gig7

G 7, 22

68159 Mannheim

Beginn:                          10.00 – 17.00 Uhr

Termin:                          24.-25.06.2019

Anmeldeschluss:          24.05.2019

Buchung

Buchungen sind für diese Veranstaltung geschlossen.