Eine Einführung in die neue Klassifikationssystem unter pädagogischem Blickwinkel
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2022 die ICD-11 eingeführt. Es besteht ein Übergangszeitraum von fünf Jahren. Zwingend genutzt werden muss die ICD-11 ab dem Jahr 2027.
Müssen wir Sorgen haben, dass alles das was wir uns in den letzten mehr als dreißig Jahren mit der ICD-10 erarbeitet haben, nicht mehr viel Wert haben wird?
Ist die ICD-11 so revolutionär, dass wir ohne sie im Alltag der Wohn- und Werkstätten, in der Frühförderung und in den ambulanten Diensten nicht mehr auskommen?
Die Ruhe in der Einführung der ICD-11 als Klassifikationssystem von Gesundheitsproblemen ist nicht nur trügerisch, sondern auch gefährlich!
Warum?
- Es sind doch immer noch die gleichen Gesundheitsprobleme und Beeinträchtigungen – eine Depression bleibt eine Depression und eine Intelligenzstörung bleibt eine Intelligenzstörung! Oder?
- Die gewohnte ICD-10 bleibt doch sowieso noch bis 2027 gültig!
- Auch Ärzte sind sich offenbar noch nicht sicher in der Anwendung der ICD-11!
Dennoch, in der Auseinandersetzung mit der ICD-11 wird deutlich:
- in der ICD-11 sind Krankheiten und Beeinträchtigungen aufgenommen wurden, die es u.a. vor dreißig Jahren noch nicht gab,
- in der ICD-11 gibt es neue Zuordnungen wie die Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), die von großer Bedeutung sind,
- in der ICD-11 sind bekannte Zuordnungen wie „geistige Behinderung“ neu definiert. Sind „Störungen“ in der Intelligenzentwicklung (ICD-11) noch das Gleiche wie bisher?
- in der ICD-11 werden neue Diagnoseverfahren und -instrumenten eingeführt und aktuell besonders in der Psychiatrie und Kinderheilkunde genutzt.
Offenbar ist es auch eine Frage, wie mit neuen Mehrfachbehinderungen, u.a. wie geistig beeinträchtigt und psychisch krank, umgegangen werden soll?
Inhalte:
- Es soll im Seminar Klarheit über das Neue in der ICD-11 geschaffen werden.
- Im Zentrum steht dabei, was in unserer Arbeit mit Menschen mit Behinderung von Bedeutung ist.
- Dabei ist einerseits die Wechselwirkung von ICD-11 und ICF von Interesse.
- Andererseits wird auch der Zusammenhang von ICD-11 und Körperfunktionen in der ICF für eine Begründung von Leistungen besprochen.
Im Mittelpunkt des Seminars stehen dabei folgende exemplarische Beispiele:
- Die geistige Behinderung unter der Sicht der ICD-11.
- Die affektive Störung Depression als Form einer psychischen Erkrankung.
- Der frühkindliche Autismus, der mit der ICD-11 neu eingeordnet (ASS) ist und
- neue Krankheitsbilder am Beispiel der Online-Spielsucht
Letztlich geht es auch um Empfehlungen, wie die ICD-11 schrittweise in die alltägliche Arbeit der Wohn- und Werkstätten eingeführt werden sollte.
Methoden:
- Praxisorientiertes Kennenlernen der neuen ICD-11 und
- Auffrischen von Grundlagen der Arbeit mit Diagnosen und Körperfunktionen.
- Reflektion zur weiteren Arbeit mit typischen Diagnosen.
- Aufbau von Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Anwendung von Diagnosen nach der ICD-11.
Ziel des Seminars
- Sie entwickeln neues Fachwissen im Klassifikationssystem von ICD und ICF.
- Sie lernen in Beispielen den Umgang mit Diagnosen nach ICD-11.
- Sie stärken ihr Selbstverständnis und entwickeln Grundlagen für die neue Einordung von Beeinträchtigungen in das System der individuellen Bedarfsermittlung.
Zielgruppe:
Leitungen, Pädagogische Fachdienste und Fachkräfte in der Behindertenhilfe, Helferinnen und Helfer in vorgenannten Arbeitsfeldern mit Berufserfahrung.
Teilnehmer: max. 16 Personen
Dozent: Dr. paed. Gert Heinicke
Preis: 169,00 € zzgl. der gesetzlichen MwSt
Ort: Online
Technik: Sie benötigen:
- einen PC oder Laptop,
- stabile Internetverbindung
- eine Webcam (bei Laptops eingebaut)
- Headset oder Kopfhörer
Ihre Anfrage für das Online-Seminar am 02.04.2025 von 09:00-15:30 Uhr
Anmeldeschluss: 27.03.2025